Schriftstellerin und Mäzenin


„Und manchmal seh´ ich diese Mauern an wie Blumen, die dem Welken hingehalten. Des Wesens Form und Adel noch gestalten, dass man vom Rand den Duft ablesen kann.“
Herta Koenig, aus „Die alte Stadt“, 1924

Hertha Koenig lebte von 1884 bis 1976 und war Schriftstellerin, Mäzenin und Kunstsammlerin. In den 1920er Jahren wurde sie zusammen mit Ricarda Huch zu den bedeutendsten Lyrikerinnen ihrer Zeit gezählt. Ihre Lyrik erschien im Insel-Verlag, ihre Prosa bei S. Fischer. Nicht nur Rainer Maria Rilke, der ihr seine 5. Duineser Elegie widmete, auch Marie von Ebner-Eschenbach, Oskar Maria Graf, Alfred Schuler, Carl-Jacob Burckhardt gehörten zu ihrem Freundeskreis. Viele von ihnen zählten ebenso zu ihren Gästen auf Gut Böckel, wie auch der spätere Bundespräsident Theodor Heuss und der Philosoph Martin Heidegger.

Die 1994 gegründete Hertha Koenig-Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, das literarische Erbe der lange Jahre in Vergessenheit geratenen Dichterin wieder lebendig werden zu lassen. Dafür arbeitet die Gesellschaft mit kulturellen Institutionen der Region zusammen veranstaltet Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen auf Gut Böckel. Eine Vielzahl der Veranstaltungen sind ausschließlich für die Mitglieder der Hertha Koenig-Gesellschaft bestimmt. Seit 1999 erscheint eine Werkausgabe der Schriften von Hertha Koenig im Bielefelder Pendragon Verlag. Die Bücher sind im Handel oder direkt ab Verlag zu beziehen.

Erste Preisträgerin des Hertha-Koenig-Literaturpreises ist die Schriftstellerin Irina Korschunow. Am 24. Oktober 2004 wurde ihr der Preis auf Gut Böckel überreicht. Dr. Ernst Leffers hat diesen mit 4.000 Euro dotierten Literaturpreis ins Leben gerufen.

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