„Vom Erdgeruch des niederen Landes“


Urkundlich erwähnt wurde das Gut erstmals im Jahre 1350 als Besitz des Ritters Alhard, genannt Rape von dem Bussche. Die erste Burg steht, an den Resten der Gräfte noch erkennbar, nordöstlich der heutigen Anlage. In weiblicher Erbfolge geht das Gut 1495 von den Bussche-Gesmolds an Heinrich von Quernheim. Wiederum in weiblicher Erbfolge kommt es um 1540 in den Besitz derer von Voß, die dort 200 Jahre „erbgesessen“ sind. Zu dieser Zeit heißt das Gut „Voßböckel“. Das Wappen derer von Voß befindet sich über dem ersten Torbogen der bis heute unveränderten Barockanlage aus dem Jahr 1682 mit den zwei charakteristischen Ecktürmen. Diese und die doppelt gezogenen Wassergräben, von denen einer später zugeschüttet wurde, zeugen von der Wehrhaftigkeit der Anlage. Der nächste Besitzer ist 1771 Jobst Freiherr von Vincke. Nach seinem Tod 1813 kauft der Verwalter Friedrich Gottlieb Köhne das Gut. 1841 veräußert er es an den Bielefelder Kommerzialrat Gustav Delius.

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Der russische Staatsrat Leopold Koenig, auch „Zuckerkönig“ genannt, da er im zaristischen Russland durch Zuckerrübenanbau zu Reichtum kommt, erwirbt 1874 Gut Böckel, den damals größten Grundbesitz in der Region, für seinen Sohn Carl. Dieser errichtet 1884 ein repräsentatives Haupthaus im Stil der Neorenaissance. Es wird im frühen 20. Jahrhundert soweit umgebaut, dass heute aus der Gründerzeit nur noch der Portikus, die Fensterlaibungen und die doppelläufige Treppe erhalten sind.

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„Vom Erdgeruch des niederen Landes und vom Wesen der langsamen Bäche“, so beschreibt Hertha Koenig ihre Heimat um den väterlichen Gutshof Böckel. 1884 wird sie hier geboren. Nach dem Tod ihres Vaters Carl 1927 leitet Hertha Koenig das Gut fast 50 Jahre bis zu ihrem Tod 1976. Danach bewirtschaftet Halvor Jørgensen, der norwegische Großneffe der kinderlosen Dichterin, das Anwesen. 1991 kauft Dr. Ernst Leffers die Liegenschaft und restauriert die stark verfallene Gebäudesubstanz. Börries Freiherr von Oeynhausen-Leffers leitet seit 2002 den landwirtschaftlichen Betrieb.

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