Seifenmanufaktur St. Annen goes Afrika

Eine Seifenmanufaktur in St. Annen

 

Wenn wir gefragt werden, warum wir denn unsere herkömmlichen Berufe aufgegeben haben und jetzt Seife machen, rechtfertigen wir uns nicht mehr, sondern antworten inzwischen einfach: „Weil wir die Welt ein bisschen besser machen wollen.“ Und wir fühlen uns sehr wohl mit dieser Antwort, denn sie ist schlicht und einfach wahr.

 

Auch die anschließende Frage: „Wie macht man denn bitte schön mit Seife die Welt besser?“, ist für uns kein Problem mehr, denn für uns liegt die Antwort einfach auf der Hand: Unsere Seife ist einzigartig, per Hand produziert, basisch, natürlich, ohne Konservierungsstoffe und ganz einfach viel gesünder als jedes industriell hergestellte Duschgel, jedes Shampoo und jede Waschlotion.

 

Aber es ist nicht nur das Produkt, das die Welt besser machen soll, es ist auch die Art und Weise der Herstellung, die uns wichtig ist. „Handemade with love“ könnte man sagen, wobei das Wort „love“ in diesem Zusammenhang doch etwas verbraucht ist. Deutlicher wäre wohl handemade with awareness oder handmade with responsibility, denn es ist in der Tat das Gefühl von Verantwortung, das uns auszeichnet und von dem wir denken, dass es uns einfach von anderen Unternehmen unterscheidet.

 

Vor diesem Hintergrund ist es also auch kein Wunder, dass wir „Ja“ gesagt haben, als das Welthaus Bielefeld uns gefragt hat, ob wir uns vorstellen können, die Seifenmanufaktur in Binga Zimbabwe zu unterstützen.

 

Eine Seifenmanufaktur im Nord-Westen von Zimbabwe

 

Das Welthaus Bielefeld hat in Verbindung mit dem Frauenprojekt ZUBO in Zimbabwe eine Seifenmanufaktur aufgebaut. „Ein Werkstatt-Gebäude wurde 2016 fertig gestellt, eine Ölpresse gekauft, Frauen wurden ausgebildet und die ersten Seifen produziert. Das Seifenprojekt nutzt die natürlichen Ressourcen der Region, um durch kleine Wertschöpfungsketten Einkommen für Frauen zu schaffen. Etwa 400 Frauen sammeln Jatropha-Samen“ und schaffen so „ durch die Herstellung der Seife aus dem Öl der Samen ein dauerhaftes Einkommen.“

 

Schwierig scheint im Moment allerdings die Vermarktung der Jatropha-Seife. Um die Seife auch in Europa verkaufen zu können, muss die Manufaktur auf europäischen Standard gebracht werden. Und an dieser Stelle kommen wir nun ins Spiel. Bisher waren wir von Deutschland aus lediglich beratend tätig, jetzt aber werden wir direkt vor Ort gebraucht. Unser Job wird sein, die Manufaktur auf den geforderten Standard zu bringen.

 

Die Reise ist für August angesetzt und wir haben schon jetzt den Kopf voller Fragen: Wie ist die Situation vor Ort? Wie ist die Qualität des Öls? Wie ist die Mentalität vor Ort? Ist es überhaupt möglich, ja, ist es überhaupt sinnvoll, europäische Maßstäbe anzulegen? Wird es gelingen, den europäischen Markt zu erreichen? Oder wird sich vielleicht der afrikanische Markt als viel sinnvoller erweisen? Und: Für uns die vielleicht wichtigste Frage: Gelingt es uns, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen? Wie auch immer „ein bisschen besser“ aussehen mag. Denn nur dann hätten wir unsere Aufgabe mit Erfolg gemeistert.

 

Wir werden berichten. Spätestens im Advent auf Gut Böckel werden sie von uns hören und vielleicht haben wir dann schon die ersten afrikanischen Seifen im Gepäck, handemade in Zimbabwe, handmade with responsibility.